Backen mit Honig

Nachdem ich nun lange Zeit nichts mehr von mir habe hören lassen, finde ich nun endlich wieder Zeit, euch über mein Hobby die Imkerei zu unterrichten.

Heute möchte ich euch anhand eines Hefezopfes zeigen, wie gut man mit Honig backen kann.

Irgendwie hat mich nämlich der Ehrgeiz gepackt, den normalen Haushaltszucker beim Kochen und Backen weitestgehend durch den eigenen Honig ersetzen zu wollen.

Ich werde dazu nun hier immer wieder mal Back- und Kochergebnisse präsentieren und dabei berichten, auf welche Art und Weise ich den Zucker durch Honig ersetzt habe.

Als erstes habe ich mich inspiriert durch das vorweihnachtliche Mitbringsel eines Arbeitskollegens – auch auf diesem Wege nochmals vielen Dank an Michaels Frau! – an einen Hefezopf gewagt.

Kurz im Internet nach einem Rezept für Hefezopf mit Honig gesucht (anschließend noch nach einem Video zum Zopf flechten) und schon ging es los.

Die Hefe reagiert wunderbar mit dem Honig und sorgt für ein wunderbar fluffiges Ergebnis!

Ich werde zukünftig definitiv viel häufiger Honig zum Backen und Kochen einsetzen! Ganz sicher beim Brot backen oder zum Herstellen von Saucen, aber vielleicht auch zum Glasieren des Fleisches beim BBQ.

Die erste Honigernte 2018

Heute konnte ich den ersten Honig 2018 schleudern. Nachdem ich gestern die Rähmchen bei den Bienen herausgeholt hatte, folgten heute noch ein paar Arbeitsschritte, bevor der Honig fließen konnte.

1. Das Entdeckeln

Dabei werden mit einer Gabel die Wachsdeckel von den Waben mit dem fertigen Honig entfernt:

Honigrähmchen mit verdeckelten Waben

Entfernen der Wachsdeckel mit der Entdeckelungsgabel

Fertig entdeckeltes Honigrähmchen

2. Das Schleudern

Dabei wird mit Hilfe der Zentrifugalkraft der Honig aus den Waben gegen die Wand der Honigschleuder geworfen, läuft an der Wand hinunter und kann dann unten gezapft werden.

Honigrähmchen in der Schleuder

3. Das Zapfen und Sieben

Am Ende des Schleudervorgangs kann dann der Honig aus der Schleuder abgezapft werden. Um Verunreinigungen wie zum Beispiel Wachsreste zu entfernen, wird der Honig über 2 in Reihe angeordnete, feiner werdende Siebe gesiebt. Und zwar gesiebt und nicht gefiltert! Honig nach den Vorgaben des Deutschen Imkerbunds darf nicht gefiltert werden, da wertvolle Bestandteile wie Pollen im Honig verbleiben sollen. Ein wichtiger Unterschied zur industriellen Einheits-Massenware.

Öffnen des Zapfhahns an der Honigschleuder

Zum ersten Mal Rapshonig?

Nachdem meine Bienen und ich im letzten Jahr umgezogen sind, könnte ich in diesem Jahr zum ersten Mal Rapshonig ernten.

Meine Bienen in Münster stehen direkt neben einem Rapsfeld.

Da stehen die Chancen nicht schlecht, dass ich zum ersten Mal einen Sortenhonig haben werde.

Die Bienen tragen jedenfalls schon fleißig ein.

Und hier noch ein Foto von mir bei der Arbeit.

So unterschiedlich kann Honig sein

Es mag ein „Vorteil“ der industriellen Produktion sein, dass die meisten Lebensmittel heutzutage immer gleich schmecken und standardisiert sind. Auch auf den Honig bekannter Marken trifft dies zu. 

Was für die einen ein unabdingbarer Vorteil ist, ist für andere einfach nur langweilig. Wer sich darauf einlassen möchte, dass zum Beispiel Honig immer wieder anders schmecken kann, sollte allerdings einen Bogen um diese Massenprodukte machen und sich über die Vielfalt bei kleinen lokalen Produzenten freuen.

Wie unterschiedlich Honig zum Beispiel sein kann, lässt sich schon ganz gut an folgendem Bild erkennen:

Spättracht 2017

Der Honig in beiden Gläsern wurde zur gleichen Zeit von den Bienen gesammelt. Während die Bienen, die den linken, sehr dunklen Honig eingesammelt haben, wohl vermehrt Blattläuse angeflogen und deren Honigtau eingesammelt haben, sind die Bienen für das rechte Glas wohl vermehrt zu Lindenbäumen geflogen.

Während der von der Lindenblüte geprägte Honig relativ mild und süß ist, ist der dunkle Honig mit dem Honigtau-Anteil ziemlich kräftig im Geschmack.

Der süße Lindenblütenhonig eignet sich vor allem für das Süßen von Speisen oder Getränken wie zum Beispiel Tee. Der kräftigere Honig passt dafür hervorragend zum Frühstücksmüsli oder auch als Brotaufstrich.

Ungesiebter Honig mit Wachsdeckelresten

Der erste Honig 2017

Am Pfingstwochenende war es doch noch so weit! Eigentlich hatte ich schon gar nicht mehr damit gerechnet, als ich 2 Wochen zuvor feststellen musste, dass mehr Honig verbraucht als gesammelt wurde.

Die dann folgenden 2 Wochen mit warmen sonnigen Wetter waren dann aber so günstig für die Bienen, dass ich bei der Durchsicht an Pfingstsonntag genügend erntereifen Honig vorfand.

Erntereifes Honigrähmchen
Also wurde die ursprüngliche Planung für Pfingstmontag über den Haufen geworfen und der Honig geerntet bevor er wieder verbraucht werden würde.

Entdeckeln der Honigwaben
Honigrähmchen in der Schleuder
Nach dem Entdeckeln der Honigwaben und dem Ausschleudern der Honigrähmchen war es dann endlich so weit:

Der erste Honig 2017!

Geschleuderter Honig läuft auf das Feinsieb

In diesem Jahr ist die Frühtracht extrem dunkel und kräftig im Geschmack. Das spricht für einen gewissen Honigtauanteil im Honig.

Abfüllen des gesiebten Honigs in Eimer

Es gibt also wieder frischen Honig!

Honigraum aufsetzen

Nachdem ich eine erste Durchsicht gewagt hatte, habe ich mich pünktlich zur Kirschblüte dazu entschlossen, den Honigraum auf das Volk bei uns zuhause aufzusetzen.

Die Kirschblüte zeigt den Zeitpunkt an, zu dem die erste nutzbare Tracht (ausreichende Nektarmenge) für die Bienen durch die Obstblüte zur Verfügung steht. In diesem Jahr konnten meine Bienen zuhause aber davon profitieren, dass wir viele warme Tage im März hatten und die Weide und die verbliebenen Gründüngerflächen (Raps) bereits ein reiches Futterangebot boten.

Dementsprechend gab es auch schon den ersten frisch verdeckelten Honig im Volk. Diesen habe ich allerdings nicht geerntet, um das Volk erstmal zu voller Stärke wachsen zu lassen.

Erster frisch verdeckelter Honig
Durchsicht des Brutraums

Etwas Sorge macht mir, dass es zu einem Versorgungsloch für die Bienen zwischen der Obstblüte im Frühjahr und der Blüte von Kastanie und Linde im Juni kommen wird. Die dann eigentlich blühenden Wiesen und insbesondere der Löwenzahn sind in der intensiv genutzten Umgebung leider nur sehr schwer zu finden.

Aufsetzen des Honigraums

Neues Etikett – Raesfelder Wabenquell

Schon lange war ich unglücklich mit den auf dem Markt verfügbaren Honigetiketten und das meiner Meinung nach zu biedere Etikett des Deutschen Imkerbunds kam für mich aufgrund seiner mangelnden Aussagekraft auch nicht in Frage.

Ich wollte ein Etikett, dass die herausragenden Eigenschaften des Naturproduktes Imkerhonig widerspiegelt. Das Edle und Hochwertige. Daher war für mich klar, dass ich ein schwarzes Etikett haben wollte, welches im Zusammenspiel mit dem „goldenen“ Honig besonders edel wirken soll. Ansonsten keine Spielereien, sondern klare Formen und ruhig etwas außergewöhnlich.

Da wir gerade auch unseren Zwinger zur Zucht von Großspitzen gegründet haben (besser gesagt meine Frau Ina) und dieser nun „vom Bienenbaum“ heißt, lag es nahe, auch auf dem Etikett eine Verbindung zwischen unseren Spitzen und den Bienen herzustellen. Nachdem ich mir die Grundidee überlegt hatte, machte sich mein Vater daran, diese zeichnerisch umzusetzen.

Mit dieser zeichnerischen Umsetzung konnte ich dann mit einem Online-Etikettenservice Kontakt aufnehmen und dieser hat mir wirklich super meine Idee digitalisiert und dann auch ausgedruckt. Klar sind diese Etiketten etwas teurer als die Allerweltsetiketten von der Stange, aber ein besonderes Produkt darf auch ein besonderes Etikett haben!

Und somit ist dieses Etikett entstanden:

Mein neues Hongietikett

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinung dazu schicken würdet!

Übrigens, wie das folgende Foto zeigt, gibt es durchaus einen Bezug zwischen unseren Hunden und den Bienen ;-)!

Bella ist neugierig

Unsere Honigsaison beginnt 

Heute hat für uns die Honigsaison 2016 begonnen. Da mittlerweile die Obstblüte begonnen hat, haben wir heute auf unser Volk zuhause den Honigraum auf die beiden Bruträume drauf gesetzt.

Zuerst wird der Deckel und der sogenannte Abdeckfix (die durchsichtige Folie auf dem Bruträume) von den beiden Brutzargen abgenommen. 

Der Abdeckfix dient dazu, dass die Bienen nicht ihre Waben in den Hohlraum zwischen Deckel und Rähmchen bauen.

Als Zarge wird eine Etage einer Bienenkiste bezeichnet. Üblicherweise hat eine Bienenkiste 2-4 Etagen (Zargen). Während des Winters werden die Honigetagen entfernt und das Volk überwintert in den beiden unteren Zargen, in denen die Brut und die Pollenvorräte angeordnet sind.

Möglichst weit weg vom Eingang unten an der Kiste, wird der Honig oben in der Bienenkiste eingelagert. Beginnt nun die Blütezeit mit der Obstbaumblüte, dann wird die 3. Etage, der sogenannte Honigraum, auf die ersten zwei Zargen aufgesetzt.

 

Abnehmen des Deckels und des Abdeckfix

Der Honigraum soll frei von Brut bleiben und wird daher mit einem Absperrgitter aus Metall oder Kunststoff von den Brutetagen abgetrennt. Die Arbeiterinnen können dieses Gitter passieren, durchschlüpfen und den Honig nach oben tragen. Die größere Königin hingegen passt nicht durch das Gitter und kann somit keine Eier in die Etagen oberhalb des Absperrgitters legen.

Der Honigraum muss brutfrei bleiben, damit die Waben später ausgeschleudert werden können, ohne Brut in den Honig zu bekommen.
  

Auflegen des Absperrgitters
  
Aufsetzen des Honigraums
 

Wenn das Absperrgitter bündig auf der 2. Brutetage liegt, wird der Honigraum darauf gesetzt. Für den Honigraum werden nur saubere kaum benutzte oder frisch im Winter gelötete Rähmchen verwendet.
   

Haben die Bienen eine sehr ertragreiche Tracht zur Verfügung, kann die Bienenkiste auch noch mit einem 2. Honigraum auf 4 Zargen erweitert werden. Das ist bei uns im südwestlichen Münsterland aber eher selten, da es bei uns keine großen Nahrungsquellen (Tracht) mit viel Nektar gleichzeitig gibt. In Gegenden mit ausgedehnten Rapsfeldern oder Robinienwäldern hingegen, wird häufig ein zweiter Honigraum verwendet.

 

Neue Ideen

Diese neue Idee greift die Verwendung von Honig als Süßungsmittel für Tee auf. Bis gestern war mir dies unbekannt.

Ich bin mir irgendwie nicht schlüssig, ob ich die Idee gut finden soll/kann.

Was haltet ihr von dieser Idee?

Honig-Sticks

Warum kein Sortenhonig?

Ihr habt doch sicherlich schon einmal etwas von Lindenhonig, Kastanienhonig oder Rapshonig gehört oder?

Das sind Bezeichnungen für sogenannte Sortenhonige. Ein Sortenhonig ist ein Honig, der nach einer bestimmten Tracht (Nektarquelle) benannt ist und von der Besonderheit dieses Nektars geprägt ist.

Da sich der Kunde unter diesen Bezeichnungen etwas genaues vorstellen kann (sei es die blühende Lindenallee oder das wogende Rapsfeld) und einen bestimmten Geschmack garantiert bekommt, ist ein Sortenhonig meist teurer und gewinnbringender im Verkauf als die „ordinäre“ Früh- oder Spättracht oder der einfach als Blütenhonig bezeichnete Honig.

Warum aber bezeichnen wir unseren Honig nicht einfach als Lindenhonig, wenn die Linde zum Zeitpunkt des Nektareintrags geblüht hat oder als Rapshonig, wenn zu dem Zeitpunkt die Rapsfelder blühten? Wir würden damit doch sicherlich mehr Geld verdienen können.

Nun, das liegt an den Vorgaben, die es in Deutschland für sogenannte Sortenhonige gibt. Als Sortenhonig darf nämlich nur der Honig bezeichnet werden, in dem mehr als 60% der enthaltenen Pollen von einer Pflanze stammen!

Diese Reinheit lässt sich aber nur erreichen, wenn die Bienenvölker in einer von einer Pflanze bestimmten Landschaft gestanden haben. Dies ist aber in der kleinteilig strukturierten Landschaft des westlichen Münsterlands nahezu nicht möglich.

Natürlich gibt es hier mal eine Lindenallee oder auch mal eine Kastanienallee, doch meistens gibt es eine Vielzahl verschiedener Pflanzen, die gleichzeitig blüht. 

Es gibt hier keine Robinienwälder für den (Schein-)Akazienhonig und im Frühjahr auch keine Rapsfelder und solange der Mais die bestimmende Ackerpflanze auf den Feldern hier bleibt somit auch fast nie Sortenhonige aus unserer Region.

Wer seinen Honig dennoch als Sortenhonig verkauft, geht entweder ein großes Risiko, für die Falschetikettierung bestraft zu werden, oder er hat seinen Honig zuvor beproben lassen. Die Kosten für eine solche Sortenbestimmung liegen allerdings jenseits von 50€ und sind für eine kleine Hobbyimkerei wie uns nicht wirtschaftlich.

Zudem die Chance auf einen Sortenhonig wie oben beschrieben bei uns sehr gering ist. Das wird uns auch immer wieder durch solche Pollenlager im Bienenvolk bestätigt:

  
Wer bislang dachte, das Pollen immer gelb ist, der dürfte durch dieses Bild eines besseren belehrt worden sein 😉.

Bei einer solchen Vielzahl verschiedener Pollen dürfte es auch verständlich sein, warum die 60% Pollen von einer Pflanze bei uns auch kaum zu erreichen sind.