Zuwachs und Reisetag

Manchmal macht man sich ja vollkommen unnötig Sorgen und so war es auch bei mir letzte Nacht. Die halbe Nacht habe ich mir schlaflos Gedanken gemacht, ob heute alles klappen würde.

Nach langer Vorbereitung war es heute Morgen nämlich endlich so weit und ich konnte Bienenvölker an meinem Wunschstandort aufstellen. Die Völker durfte ich (natürlich gegen Bezahlung) von einem erfahrenen Imkerkollegen übernehmen, der seine Bestände etwas reduzieren möchte.

Also habe ich gestern das Auto gepackt (Sackkarre, Werkzeug, Schutzkleidung und Honigräume) und stand dann heute Morgen bei meinem Vereinskollegen auf der Matte.

Dieser hatte am Vorabend die Beuten mit Schaumstoff verschlossen und dank des überraschend kalten Morgens hier in Ibbenbüren waren die Bienen sehr ruhig. Wir konnten die Bienen problemlos ins Auto laden und ich habe sie dann zu ihrem neuen Standort verbracht.

Dort angekommen habe ich sie auf einer kleinen Lichtung mit dem Flugloch nach Süden ausgerichtet aufgestellt und dann die Fluglöcher wieder freigemacht.

Im Laufe des Tages konnte ich beobachten, wie die Bienen sich einflogen und ihre neue Umgebung erkundeten.

Nach Feierabend habe ich schließlich noch die Honigräume auf die Beuten gesetzt, da bei uns nun die Obstblüte im vollen Gang ist.

Alles hat geklappt und die Sorgen waren glücklicherweise unnötig. Ich bin wirklich gespannt, ob der Standort das erfüllt, was ich mir von ihm verspreche.

Das Bienenjahr beginnt

Heute hat es das Thermometer bei uns in Laggenbeck fast bis an die 20 Grad Celsius geschafft. Die Natur explodiert förmlich bei dieser warmen Witterung und auch die Bienen werden auch immer aktiver.

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Beobachtet man die Aktivitäten am Flugloch, sind immer wieder auch Bienen mit Pollen an den Beinen zu sehen. Diese Kügelchen an den Beinen bezeichnen wir Imker als Pollenhöschen. Das die Bienen nun Pollen sammeln, ist ein sicheres Zeichen dafür, dass im Volk wieder frische Brut ist und das Volk nun wieder wächst.

Die Farbe der Pollen lässt übrigens einen Rückschluss darauf zu, welche Pflanzen gerade von den Bienen angeflogen werden. Dazu schaue ich in einen Pollenflugkalender und schaue, welche Pflanzen gerade blühen und diese Pollenfarbe haben. Informationen dazu könnt ihr zum Beispiel im Blühkalender der Seite honigmacher.de finden.

1. richtig warme Frühlingstag

Heute ist hier im Teutoburger Wald der erste richtig warme Frühlingstag mit Temperaturen über 20 Grad Celsius.

Nicht nur wir Menschen haben das Bedürfnis, bei dem warmen Wetter möglichst viel Zeit draußen zu verbringen.

Auch die Bienen zieht es aus dem Stock raus und fleißig werden Pollen und Nektar gesammelt.

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Endlich erwacht die Natur und überall beginnt es zu blühen.

Durch den Umzug meiner Bienen habe ich in diesem Jahr die große Chance, endlich mal Rapshonig zu ernten. Zumindest stehen meine Bienen direkt neben einem Rapsfeld.

After the storm

Am letzten Donnerstag zog mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130km/h das Sturmtief Friederike über das Tecklenburger Land und Ibbenbüren hinweg.

Bäume knickten um, Dächer wurden beschädigt und ganz in der Nähe meines Arbeitsplatzes zerlegte es sogar eine Hochspannungs-Oberleitung, so dass die BAB30 vollgesperrt werden musste.

WDR-Staumeldung vom 18.01.2018

Natürlich machte ich mir da Sorgen, dass meine Bienenkästen durch den Sturm umgeworfen werden könnten oder anderen Schaden nehmen würden. Aber scheinbar hatte ich sie gut genug gesichert und die Bienen haben den Sturm gut überstanden.

Bienenbeute mit Sturmsicherung

p.s. Das Foto entstand schon vor dem Sturm unmittelbar nach dem Aufstellen der Beute. Die Ausflugsperre ist natürlich schon entfernt ;-)!

Die Hasel blüht

Auch bei Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt beginnt nun schon so früh im Jahr die Natur zu erwachen. Mit der Haselnuss erblüht die Fauna.

Bei den Temperaturen von weit unter 10 Grad Celsius sind natürlich noch keine Bienen unterwegs, aber später im Jahr, wenn die Temperaturen den Bienenflug erlauben, bietet die Haselnuss zumindest etwas Pollen.

Blühende Haselnuss

Umzug

In 2017 hat sich vieles in meinem Leben geändert und so kam es, dass ich im Frühjahr ins Tecklenburger Land gezogen bin.

Zum Glück hatte mich eine Schulfreundin aus Münster gefragt, ob ich nicht Bienen bei ihr hinstellen könnte, denn so hatte ich die benötigten Untersuchungen und Papiere frühzeitig in diesem Jahr besorgt. Ohne zu ahnen, wie umfangreich die Veränderungen in meinem Leben sein werden.

Nachdem ich also im Juni das erste Volk nach Münster bringen konnte, blieb das 2. Volk erst noch in Raesfeld und nun im Dezember konnte ich dieses endlich in meine neue Heimat nach Laggenbeck holen.

Hier in den Ausläufern des Teutoburger Waldes bzw. auf der Streuobstwiese meiner Schulfreundin in Münster hoffe ich, dass die Bienen mehr Nektar finden können, als in der von intensiver Landwirtschaft mit Mais und Gerste geprägten alten Heimat.

Blick auf die neue Heimat Laggenbeck

Honigernte die 2.

Am Mittwoch habe ich mit der 2. Honigernte begonnen. Dank der schönen Blumenwiese bei meiner Schulfreundin konnten die Bienen trotz der schlechten Lindentracht noch etwas Honig einsammeln.

Blumenwiese

Morgen werde ich noch in Raesfeld ernten und dann wird geschleudert.

Ich rechne mit etwa 20kg Honig. Nicht all zu viel, aber besser als das Katastrophenjahr 2016 mit dem Isselhochwasser.

Im Moment blüht es noch in zahlreichen Gärten, so dass die Bienen auch hier noch fündig werden können.

Biene auf Ringelblume

Da ansonsten aber kaum noch etwas blüht, habe ich nach der Honigernte direkt mit dem Einwintern (Füttern) begonnen.

Futterteigklotz

Ich nutze dazu bei meinen Wirtschaftsvölkern 15kg-Futterteigklötze.

Königin gesichtet

Am letzten Wochenende habe ich es nach über 25 Jahren mal wieder ins LWL-Freilichtmuseum Detmold geschafft. Es war hochinteressant, all die alten Höfe aus Westfalen und dem Lipperland zu sehen. All die gut durchdachten Lösungen, die unsere Vorfahren schon vor mehreren hundert Jahren parat hatten.

Besonderes Augenmerk habe ich als Imker natürlich auf die in vielen Farben und Facetten blühenden Bauerngärten geworfen.

Neben den derzeit noch blühenden Prunkbohnen und Kräutern beheimaten die Bauerngärten eine Vielzahl von Stauden, die zur Zeit auch in voller Blüte sind.

Ein Paradies für Insekten aller Art und natürlich insbesondere die Bienen. Nur logisch, dass in einem der Gärten auch ein Schaukasten mit 4 Rähmchen stand, der den interessierten Besuchern einen direkten Blick ins Bienenvolk gewährt.

Blick auf die Königin im Schaukasten
Ich hatte richtig Glück und konnte aufgrund der Glasscheibe des Schaukastens einen ungestörten Blick auf die Bienenkönigin werfen. Aufgrund des gelben Plättchens auf dem Rücken lässt sie sich in dem wilden Gewusel leichter zwischen all den anderen Bienen wiederfinden.

Vom Körperbau unterscheidet sie sich deutlich von den anderen Bienen. Ihr Hinterleib ist deutlich länger was sie im Gegensatz zu den eher kompakt gebauten Arbeiterinnen relativ schlank erscheinen lässt.

Die gelbe Markierung auf dem Rücken dient aber nicht nur dem leichteren Finden der Königin. Anhand der Farbe der Markierung kann der Imker das Alter der Königin erkennen. Dazu muss man wissen, dass eine Königin in der Regel nicht älter als 5 Jahre wird. Spätestens dann lässt die Legeleistung der Königin nach und das Volk entscheidet sich dazu, eine neue Königin zu ziehen.

Entscheidend für die Wahl der Farbe der Markierung ist immer die letzte Ziffer der Jahreszahl. Dabei steht blau für 0 und 5, weiß für 1 und 6, gelb für 2 und 7, rot für 3 und 8 und grün für 4 und 9. Um also eine 2017 geschlüpfte Königin zu markieren, wählt man – wie bei der Königin im Schaukasten – ein gelbes Plättchen.

Hier noch ein paar Eindrücke aus dem Freilichtmuseum:


Jetzt auch auf YouTube

Da ich hier nicht vernünftig Videos hochladen kann, habe ich mir nun ein YouTube-Konto zugelegt, damit ich auch den Leuten ohne Facebook meine Videos zeigen kann.

Einfach den folgenden Link klicken und ihr gelangt zum Video:

Bienen im Naturzoo Rheine

Naturzoo Rheine

Der Naturzoo in Rheine bietet neben liebevoll hergerichteten Tiergehegen herrliche Grünanlagen mit wunderbaren Stauden- und Blumenbeeten für Schmetterlinge, Bienen und jede Menge anderer Insekten.


Wenn man sich etwas Zeit nimmt und an einem dieser vielen Beete für einen Moment verweilt, kann man wie wir bei unserem Sonntagsausflug dem emsigen Treiben zuschauen.

Ein Video davon, gibt es auf meiner Facebook-Seite.