Die erste Honigernte 2018

Heute konnte ich den ersten Honig 2018 schleudern. Nachdem ich gestern die Rähmchen bei den Bienen herausgeholt hatte, folgten heute noch ein paar Arbeitsschritte, bevor der Honig fließen konnte.

1. Das Entdeckeln

Dabei werden mit einer Gabel die Wachsdeckel von den Waben mit dem fertigen Honig entfernt:

Honigrähmchen mit verdeckelten Waben

Entfernen der Wachsdeckel mit der Entdeckelungsgabel

Fertig entdeckeltes Honigrähmchen

2. Das Schleudern

Dabei wird mit Hilfe der Zentrifugalkraft der Honig aus den Waben gegen die Wand der Honigschleuder geworfen, läuft an der Wand hinunter und kann dann unten gezapft werden.

Honigrähmchen in der Schleuder

3. Das Zapfen und Sieben

Am Ende des Schleudervorgangs kann dann der Honig aus der Schleuder abgezapft werden. Um Verunreinigungen wie zum Beispiel Wachsreste zu entfernen, wird der Honig über 2 in Reihe angeordnete, feiner werdende Siebe gesiebt. Und zwar gesiebt und nicht gefiltert! Honig nach den Vorgaben des Deutschen Imkerbunds darf nicht gefiltert werden, da wertvolle Bestandteile wie Pollen im Honig verbleiben sollen. Ein wichtiger Unterschied zur industriellen Einheits-Massenware.

Öffnen des Zapfhahns an der Honigschleuder

Zum ersten Mal Rapshonig?

Nachdem meine Bienen und ich im letzten Jahr umgezogen sind, könnte ich in diesem Jahr zum ersten Mal Rapshonig ernten.

Meine Bienen in Münster stehen direkt neben einem Rapsfeld.

Da stehen die Chancen nicht schlecht, dass ich zum ersten Mal einen Sortenhonig haben werde.

Die Bienen tragen jedenfalls schon fleißig ein.

Und hier noch ein Foto von mir bei der Arbeit.

Nachfüttern

Der Winter wird dieses Jahr seinem Namen gerecht und hält uns hier an den westlichen Ausläufern des Teutoburger Waldes immer noch mit Minusgraden im Griff.

Die Bienenvölker haben allerdings in ihren Kisten schon das neue Bienenjahr eingeläutet und die Königinnen sind in Eilage gegangen. Das heißt, dass nun wieder neue Bienen herangezogen werden und die Völker wieder wachsen. Damit ihnen dafür genug Energie zur Verfügung steht, muss kontrolliert werden, ob noch genügend Futter in den Völkern ist.

Da ich auf Nummer sicher gehen möchte, habe ich heute Futtersirup angemischt, um damit meine Völker nachzufüttern. Der Futtersirup besteht aus Zucker und Wasser im Verhältnis 3:2.

Diesen Sirup fülle ich in Futterrähmchen, die ich in die Bienenkisten gehangen habe. In die Flüssigkeit kommt zusätzlich Stroh als Ausstiegshilfe für die Bienen, damit keine im Sirup ertrinkt.

Wenn die Temperaturen demnächst hoffentlich die 10Grad-Celsius-Grenze überschreiten werden, werden die Bienen wieder ausfliegen und selber Futter sammeln können.

Ich bin da guter Hoffnung, dass die neuen Standorte ihren Teil dazu beitragen werden.

Umzug

In 2017 hat sich vieles in meinem Leben geändert und so kam es, dass ich im Frühjahr ins Tecklenburger Land gezogen bin.

Zum Glück hatte mich eine Schulfreundin aus Münster gefragt, ob ich nicht Bienen bei ihr hinstellen könnte, denn so hatte ich die benötigten Untersuchungen und Papiere frühzeitig in diesem Jahr besorgt. Ohne zu ahnen, wie umfangreich die Veränderungen in meinem Leben sein werden.

Nachdem ich also im Juni das erste Volk nach Münster bringen konnte, blieb das 2. Volk erst noch in Raesfeld und nun im Dezember konnte ich dieses endlich in meine neue Heimat nach Laggenbeck holen.

Hier in den Ausläufern des Teutoburger Waldes bzw. auf der Streuobstwiese meiner Schulfreundin in Münster hoffe ich, dass die Bienen mehr Nektar finden können, als in der von intensiver Landwirtschaft mit Mais und Gerste geprägten alten Heimat.

Blick auf die neue Heimat Laggenbeck

Winterbehandlung

Die Temperaturen in diesem Dezember waren endlich mal wieder nach meinem Geschmack! Nicht, dass ich die Temperaturen rund um den Gefrierpunkt sonderlich mag, aber die Bienen kommen bei diesen Temperaturen zur Ruhe und sammeln sich in einer Traube, um sich gegenseitig zu wärmen. Auf dem folgenden Bild habe ich versucht, das zu fotografieren.

Bienen in der Wintertraube

Wenn die Bienen eng an eng in der Traube sitzen, sind das ideale Bedingungen für die Winterbehandlung mit Oxalsäure gegen die Varroa-Milbe.

Die 3,5%ige-Oxalsäure wird von den Bienen aufgenommen und führt zu einer Übersäuerung des Bienenstoffwechsels. Die Bienen vertragen das in gewissen Grenzen. Die an den Bienen hängenden Milben vertragen dies aber nicht und lösen sich von ihrem Wirt und sterben infolge dessen ab.

Da die verwendete Oxalsäure zudem einen Zuckeranteil von 10% hat, wird dadurch der Putztrieb der Bienen angeregt und die Oxalsäure so zusätzlich von Biene zu Biene übertragen.

Die Winterbehandlung im Dezember ist gerade dadurch so erfolgreich, dass bei den kalten Temperaturen keine verdeckelten Brutwaben vorhanden sind, in denen sich die Milben verstecken könnten. Die Erfolgschancen, möglichst viele Milben zu erwischen, sind daher besonders hoch.

Honigernte die 2.

Am Mittwoch habe ich mit der 2. Honigernte begonnen. Dank der schönen Blumenwiese bei meiner Schulfreundin konnten die Bienen trotz der schlechten Lindentracht noch etwas Honig einsammeln.

Blumenwiese

Morgen werde ich noch in Raesfeld ernten und dann wird geschleudert.

Ich rechne mit etwa 20kg Honig. Nicht all zu viel, aber besser als das Katastrophenjahr 2016 mit dem Isselhochwasser.

Im Moment blüht es noch in zahlreichen Gärten, so dass die Bienen auch hier noch fündig werden können.

Biene auf Ringelblume

Da ansonsten aber kaum noch etwas blüht, habe ich nach der Honigernte direkt mit dem Einwintern (Füttern) begonnen.

Futterteigklotz

Ich nutze dazu bei meinen Wirtschaftsvölkern 15kg-Futterteigklötze.

Futterkranzprobe 

Da ich in diesem Jahr einen Teil meiner Bienenvölker aus dem Kreis Borken heraus bewegen werde, bin ich gerade dabei, die dafür erforderlichen Unterlagen zusammenzustellen.
Als ersten Schritt hat ein Bienensachverständiger eine sogenannte Futterkranzprobe aus meinen Bienenvölkern gezogen. Bei dieser werden mindestens 50g Futterwaben inklusive eingetragenem Honig aus dem Randbereich der Futterwaben entnommen.
Diese entnommene Probe wird nun zu einem zertifizierten Institut geschickt, welches diese auf die Sporen der amerikanischen Faulbrut untersuchen wird.
Sollte bei dieser Untersuchung keine Sporen festgestellt werden, kann ich damit zum zuständigen Veterinäramt gehen und ein Gesundheitszeugnis für meinen Bienenstand beantragen. Sollten Sporen nachgewiesen werden, wird das Ergebnis direkt vom Institut an den zuständigen Veterinär gemeldet!
Aus diesem Grund muss die entsprechende Veterinärsamtsnummer von mir bei der eingesendeten Probe mit angegeben werden.
Das Gesundheitszeugnis ist Pflicht, wenn man als Imker die Grenzen des eigenen Veterinäramtsbezirkes – in meinem Fall die des Landkreises Borken – verlassen möchte.
Aufgrund von Seuchen wie der Faulbrut ist es auch so wichtig, dass die Bienenstände ordnungsgemäß bei der Tierseuchenkasse gemeldet sind!

Bienenflug am Flugloch

Ableger bilden

Da ich in diesem Jahr nur mit 2 Bienenvölkern starte, habe ich mich dazu entschieden, den bislang guten Start meiner schon recht starken Völker in den Frühling dazu zu nutzen, frühzeitig Ableger zu bilden.

Ich orientiere mich dabei an der sogenannten Ein-Waben-Ableger-Methode bzw. dem Sammelableger.

Während ich zuhause nur eine Brutwabe und eine Futterwabe aus dem Wirtschaftsvolk entnommen habe, habe ich an meinem Standort in der Baumschule zwei Brutwaben entnommen, damit ich sowohl bald schlüpfende als auch noch ganz frische Brut für die Königinnennachzucht in dem Ableger habe. Zuhause hatte ich das Glück, dass beides auf einer Wabe vorhanden war.

Futterwabe mit Winterfutter
Brutwabe mit verdeckelter Brut
Wabe mit Futter und frischer Brut (leider nicht auf dem Foto erkennbar)303

Honigraum aufsetzen

Nachdem ich eine erste Durchsicht gewagt hatte, habe ich mich pünktlich zur Kirschblüte dazu entschlossen, den Honigraum auf das Volk bei uns zuhause aufzusetzen.

Die Kirschblüte zeigt den Zeitpunkt an, zu dem die erste nutzbare Tracht (ausreichende Nektarmenge) für die Bienen durch die Obstblüte zur Verfügung steht. In diesem Jahr konnten meine Bienen zuhause aber davon profitieren, dass wir viele warme Tage im März hatten und die Weide und die verbliebenen Gründüngerflächen (Raps) bereits ein reiches Futterangebot boten.

Dementsprechend gab es auch schon den ersten frisch verdeckelten Honig im Volk. Diesen habe ich allerdings nicht geerntet, um das Volk erstmal zu voller Stärke wachsen zu lassen.

Erster frisch verdeckelter Honig
Durchsicht des Brutraums

Etwas Sorge macht mir, dass es zu einem Versorgungsloch für die Bienen zwischen der Obstblüte im Frühjahr und der Blüte von Kastanie und Linde im Juni kommen wird. Die dann eigentlich blühenden Wiesen und insbesondere der Löwenzahn sind in der intensiv genutzten Umgebung leider nur sehr schwer zu finden.

Aufsetzen des Honigraums

Beim Discounter gibt es Spekulatius…

… und die Bienen? Die sind schon einen Schritt weiter!

Mit Varroabehandlung und Futtergabe werden die Bienenvölker nach der Blüte der letzten großen Tracht (bei uns in der Gegend die Lindenblüte) bereits Ende Juli und im August eingewintert.

Einfüttern mit Futterteig

Auf dem Bild ist zu sehen, wie Ina einen 15kg schweren Futterteigklotz auf die obere Brutzarge setzt. Der Futterteig dient den Bienen als Ersatz für den entnommenen Honig.

Links auf dem Bild ist ein sogenannter Liebig-Dispenser zu erkennen. Dieser war zuvor auf der Brutzarge aufgestellt. Auf der quadratischen Grundplatte befindet sich eine Papierauflage, auf die wiederum eine Flasche mit Ameisensäure überkopf  aufgesetzt wird. Das Papier saugt die Ameisensäure auf und über die Oberfläche des Papiers verdunstet die Säure in der Bienenbeute. Die Säurekonzentration in der Beute wird je nach Außentemperatur über die Papiergröße gesteuert.

Die Wirkungsweise der Ameisensäurebehandlung beruht darauf, dass die Varroamilben empfindlicher auf die Säure reagieren als die Honigbienen und schon bei geringeren Konzentrationen in der Luft im Bienenvolk geschädigt werden.

Das kaum noch Papier auf der Grundplatte vorhanden ist, liegt am Putztrieb der Bienen, die nach dem vollständigen Verdunsten der Säure das Papier weg geknabbert haben.