So unterschiedlich kann Honig sein

Es mag ein „Vorteil“ der industriellen Produktion sein, dass die meisten Lebensmittel heutzutage immer gleich schmecken und standardisiert sind. Auch auf den Honig bekannter Marken trifft dies zu. 

Was für die einen ein unabdingbarer Vorteil ist, ist für andere einfach nur langweilig. Wer sich darauf einlassen möchte, dass zum Beispiel Honig immer wieder anders schmecken kann, sollte allerdings einen Bogen um diese Massenprodukte machen und sich über die Vielfalt bei kleinen lokalen Produzenten freuen.

Wie unterschiedlich Honig zum Beispiel sein kann, lässt sich schon ganz gut an folgendem Bild erkennen:

Spättracht 2017

Der Honig in beiden Gläsern wurde zur gleichen Zeit von den Bienen gesammelt. Während die Bienen, die den linken, sehr dunklen Honig eingesammelt haben, wohl vermehrt Blattläuse angeflogen und deren Honigtau eingesammelt haben, sind die Bienen für das rechte Glas wohl vermehrt zu Lindenbäumen geflogen.

Während der von der Lindenblüte geprägte Honig relativ mild und süß ist, ist der dunkle Honig mit dem Honigtau-Anteil ziemlich kräftig im Geschmack.

Der süße Lindenblütenhonig eignet sich vor allem für das Süßen von Speisen oder Getränken wie zum Beispiel Tee. Der kräftigere Honig passt dafür hervorragend zum Frühstücksmüsli oder auch als Brotaufstrich.

Ungesiebter Honig mit Wachsdeckelresten

Honigernte die 2.

Am Mittwoch habe ich mit der 2. Honigernte begonnen. Dank der schönen Blumenwiese bei meiner Schulfreundin konnten die Bienen trotz der schlechten Lindentracht noch etwas Honig einsammeln.

Blumenwiese

Morgen werde ich noch in Raesfeld ernten und dann wird geschleudert.

Ich rechne mit etwa 20kg Honig. Nicht all zu viel, aber besser als das Katastrophenjahr 2016 mit dem Isselhochwasser.

Im Moment blüht es noch in zahlreichen Gärten, so dass die Bienen auch hier noch fündig werden können.

Biene auf Ringelblume

Da ansonsten aber kaum noch etwas blüht, habe ich nach der Honigernte direkt mit dem Einwintern (Füttern) begonnen.

Futterteigklotz

Ich nutze dazu bei meinen Wirtschaftsvölkern 15kg-Futterteigklötze.

Königin gesichtet

Am letzten Wochenende habe ich es nach über 25 Jahren mal wieder ins LWL-Freilichtmuseum Detmold geschafft. Es war hochinteressant, all die alten Höfe aus Westfalen und dem Lipperland zu sehen. All die gut durchdachten Lösungen, die unsere Vorfahren schon vor mehreren hundert Jahren parat hatten.

Besonderes Augenmerk habe ich als Imker natürlich auf die in vielen Farben und Facetten blühenden Bauerngärten geworfen.

Neben den derzeit noch blühenden Prunkbohnen und Kräutern beheimaten die Bauerngärten eine Vielzahl von Stauden, die zur Zeit auch in voller Blüte sind.

Ein Paradies für Insekten aller Art und natürlich insbesondere die Bienen. Nur logisch, dass in einem der Gärten auch ein Schaukasten mit 4 Rähmchen stand, der den interessierten Besuchern einen direkten Blick ins Bienenvolk gewährt.

Blick auf die Königin im Schaukasten
Ich hatte richtig Glück und konnte aufgrund der Glasscheibe des Schaukastens einen ungestörten Blick auf die Bienenkönigin werfen. Aufgrund des gelben Plättchens auf dem Rücken lässt sie sich in dem wilden Gewusel leichter zwischen all den anderen Bienen wiederfinden.

Vom Körperbau unterscheidet sie sich deutlich von den anderen Bienen. Ihr Hinterleib ist deutlich länger was sie im Gegensatz zu den eher kompakt gebauten Arbeiterinnen relativ schlank erscheinen lässt.

Die gelbe Markierung auf dem Rücken dient aber nicht nur dem leichteren Finden der Königin. Anhand der Farbe der Markierung kann der Imker das Alter der Königin erkennen. Dazu muss man wissen, dass eine Königin in der Regel nicht älter als 5 Jahre wird. Spätestens dann lässt die Legeleistung der Königin nach und das Volk entscheidet sich dazu, eine neue Königin zu ziehen.

Entscheidend für die Wahl der Farbe der Markierung ist immer die letzte Ziffer der Jahreszahl. Dabei steht blau für 0 und 5, weiß für 1 und 6, gelb für 2 und 7, rot für 3 und 8 und grün für 4 und 9. Um also eine 2017 geschlüpfte Königin zu markieren, wählt man – wie bei der Königin im Schaukasten – ein gelbes Plättchen.

Hier noch ein paar Eindrücke aus dem Freilichtmuseum: