1. richtig warme Frühlingstag

Heute ist hier im Teutoburger Wald der erste richtig warme Frühlingstag mit Temperaturen über 20 Grad Celsius.

Nicht nur wir Menschen haben das Bedürfnis, bei dem warmen Wetter möglichst viel Zeit draußen zu verbringen.

Auch die Bienen zieht es aus dem Stock raus und fleißig werden Pollen und Nektar gesammelt.

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Endlich erwacht die Natur und überall beginnt es zu blühen.

Durch den Umzug meiner Bienen habe ich in diesem Jahr die große Chance, endlich mal Rapshonig zu ernten. Zumindest stehen meine Bienen direkt neben einem Rapsfeld.

Die Hasel blüht

Auch bei Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt beginnt nun schon so früh im Jahr die Natur zu erwachen. Mit der Haselnuss erblüht die Fauna.

Bei den Temperaturen von weit unter 10 Grad Celsius sind natürlich noch keine Bienen unterwegs, aber später im Jahr, wenn die Temperaturen den Bienenflug erlauben, bietet die Haselnuss zumindest etwas Pollen.

Blühende Haselnuss

Umzug

In 2017 hat sich vieles in meinem Leben geändert und so kam es, dass ich im Frühjahr ins Tecklenburger Land gezogen bin.

Zum Glück hatte mich eine Schulfreundin aus Münster gefragt, ob ich nicht Bienen bei ihr hinstellen könnte, denn so hatte ich die benötigten Untersuchungen und Papiere frühzeitig in diesem Jahr besorgt. Ohne zu ahnen, wie umfangreich die Veränderungen in meinem Leben sein werden.

Nachdem ich also im Juni das erste Volk nach Münster bringen konnte, blieb das 2. Volk erst noch in Raesfeld und nun im Dezember konnte ich dieses endlich in meine neue Heimat nach Laggenbeck holen.

Hier in den Ausläufern des Teutoburger Waldes bzw. auf der Streuobstwiese meiner Schulfreundin in Münster hoffe ich, dass die Bienen mehr Nektar finden können, als in der von intensiver Landwirtschaft mit Mais und Gerste geprägten alten Heimat.

Blick auf die neue Heimat Laggenbeck

Königin gesichtet

Am letzten Wochenende habe ich es nach über 25 Jahren mal wieder ins LWL-Freilichtmuseum Detmold geschafft. Es war hochinteressant, all die alten Höfe aus Westfalen und dem Lipperland zu sehen. All die gut durchdachten Lösungen, die unsere Vorfahren schon vor mehreren hundert Jahren parat hatten.

Besonderes Augenmerk habe ich als Imker natürlich auf die in vielen Farben und Facetten blühenden Bauerngärten geworfen.

Neben den derzeit noch blühenden Prunkbohnen und Kräutern beheimaten die Bauerngärten eine Vielzahl von Stauden, die zur Zeit auch in voller Blüte sind.

Ein Paradies für Insekten aller Art und natürlich insbesondere die Bienen. Nur logisch, dass in einem der Gärten auch ein Schaukasten mit 4 Rähmchen stand, der den interessierten Besuchern einen direkten Blick ins Bienenvolk gewährt.

Blick auf die Königin im Schaukasten
Ich hatte richtig Glück und konnte aufgrund der Glasscheibe des Schaukastens einen ungestörten Blick auf die Bienenkönigin werfen. Aufgrund des gelben Plättchens auf dem Rücken lässt sie sich in dem wilden Gewusel leichter zwischen all den anderen Bienen wiederfinden.

Vom Körperbau unterscheidet sie sich deutlich von den anderen Bienen. Ihr Hinterleib ist deutlich länger was sie im Gegensatz zu den eher kompakt gebauten Arbeiterinnen relativ schlank erscheinen lässt.

Die gelbe Markierung auf dem Rücken dient aber nicht nur dem leichteren Finden der Königin. Anhand der Farbe der Markierung kann der Imker das Alter der Königin erkennen. Dazu muss man wissen, dass eine Königin in der Regel nicht älter als 5 Jahre wird. Spätestens dann lässt die Legeleistung der Königin nach und das Volk entscheidet sich dazu, eine neue Königin zu ziehen.

Entscheidend für die Wahl der Farbe der Markierung ist immer die letzte Ziffer der Jahreszahl. Dabei steht blau für 0 und 5, weiß für 1 und 6, gelb für 2 und 7, rot für 3 und 8 und grün für 4 und 9. Um also eine 2017 geschlüpfte Königin zu markieren, wählt man – wie bei der Königin im Schaukasten – ein gelbes Plättchen.

Hier noch ein paar Eindrücke aus dem Freilichtmuseum:


Die große Cousine 

Bienen und Wespen gehören innerhalb der Insekten zur gleichen Gruppe. Beide gehören zur Gruppe der Hautflügler.

Während die Deutsche Wespe und die gemeine Wespe ungefähr die Größe einer Honigbiene haben und der breiten Bevölkerung wegen ihrer ungebetenen Gastbesuche an hochsommerlichen Kaffeetafeln und Grillveranstaltungen bekannt sind, ist deren große Schwester den meisten eher unbekannt – die Hornisse.

 

Hornisse im Efeu
 
Auf dem Bild selber ist die Hornisse nur schwer zu erkennen, aber wenn ihr das Bild anklickt und in Originalgröße anschaut, könnt ihr die Hornisse in der Bildmitte erkennen.

Gut erkennbar sind die typischen roten Augenränder und Fühler. Zudem ist die Hornisse deutlich größer als andere Wespen und ungefähr doppelt so groß wie die Honigbiene.

Obwohl Hornissen einem schon einen Schrecken einjagen können, sollte man sich auch über so einen Brummer im Garten freuen – zumindest, wenn man weniger Wespen im Garten haben möchte.

Wespen und auch Bienen stehen nämlich neben anderen Insekten relativ weit oben auf dem Speiseplan der Hornissen. Ein gesundes Bienenvolk ist allerdings durchaus in der Lage, sich gegen angreifende europäische Hornissen zu wehren.

Wenn man ihn denn lässt,…

…blüht der Efeu im September/Oktober. Dann bietet das sonst als lebloses Friedhofskraut bekannte Rankgewächs den Bienen eine letzte Nektarnahrung, bevor die lange blütenlose Winterzeit beginnt.

Da der Efeu aufgrund seines schnellen Wuchses und seiner Verwendung als grüne Wand meist Jahr für Jahr zurückgeschnitten wird, können sich meistens keine Blüten bilden. Wächst er allerdings ungestört wie bei uns im Garten und am Haus in den letzten 2 Jahren, dann bilden sich hunderte kleine Blüten, die ähnlich wie beim Holunder angeordnet sind.

Es ist schön nochmal das Summen der Bienen im Efeu zu hören, bevor die dunkle Jahreszeit beginnt!

Übrigens, wer bei dem Efeubild aus unserem Garten das Bild öffnet und sich die größere Ansicht anguckt, kann sogar ein paar sammelnde Bienen entdecken 😉🐝!

 

Efeu hinter unseren Bienenvölkern auf der Dachterasse
 
 
Summender Efeu in unserem Garten