Winterbehandlung

Die Temperaturen in diesem Dezember waren endlich mal wieder nach meinem Geschmack! Nicht, dass ich die Temperaturen rund um den Gefrierpunkt sonderlich mag, aber die Bienen kommen bei diesen Temperaturen zur Ruhe und sammeln sich in einer Traube, um sich gegenseitig zu wärmen. Auf dem folgenden Bild habe ich versucht, das zu fotografieren.

Bienen in der Wintertraube

Wenn die Bienen eng an eng in der Traube sitzen, sind das ideale Bedingungen für die Winterbehandlung mit Oxalsäure gegen die Varroa-Milbe.

Die 3,5%ige-Oxalsäure wird von den Bienen aufgenommen und führt zu einer Übersäuerung des Bienenstoffwechsels. Die Bienen vertragen das in gewissen Grenzen. Die an den Bienen hängenden Milben vertragen dies aber nicht und lösen sich von ihrem Wirt und sterben infolge dessen ab.

Da die verwendete Oxalsäure zudem einen Zuckeranteil von 10% hat, wird dadurch der Putztrieb der Bienen angeregt und die Oxalsäure so zusätzlich von Biene zu Biene übertragen.

Die Winterbehandlung im Dezember ist gerade dadurch so erfolgreich, dass bei den kalten Temperaturen keine verdeckelten Brutwaben vorhanden sind, in denen sich die Milben verstecken könnten. Die Erfolgschancen, möglichst viele Milben zu erwischen, sind daher besonders hoch.

So unterschiedlich kann Honig sein

Es mag ein „Vorteil“ der industriellen Produktion sein, dass die meisten Lebensmittel heutzutage immer gleich schmecken und standardisiert sind. Auch auf den Honig bekannter Marken trifft dies zu. 

Was für die einen ein unabdingbarer Vorteil ist, ist für andere einfach nur langweilig. Wer sich darauf einlassen möchte, dass zum Beispiel Honig immer wieder anders schmecken kann, sollte allerdings einen Bogen um diese Massenprodukte machen und sich über die Vielfalt bei kleinen lokalen Produzenten freuen.

Wie unterschiedlich Honig zum Beispiel sein kann, lässt sich schon ganz gut an folgendem Bild erkennen:

Spättracht 2017

Der Honig in beiden Gläsern wurde zur gleichen Zeit von den Bienen gesammelt. Während die Bienen, die den linken, sehr dunklen Honig eingesammelt haben, wohl vermehrt Blattläuse angeflogen und deren Honigtau eingesammelt haben, sind die Bienen für das rechte Glas wohl vermehrt zu Lindenbäumen geflogen.

Während der von der Lindenblüte geprägte Honig relativ mild und süß ist, ist der dunkle Honig mit dem Honigtau-Anteil ziemlich kräftig im Geschmack.

Der süße Lindenblütenhonig eignet sich vor allem für das Süßen von Speisen oder Getränken wie zum Beispiel Tee. Der kräftigere Honig passt dafür hervorragend zum Frühstücksmüsli oder auch als Brotaufstrich.

Ungesiebter Honig mit Wachsdeckelresten

Honigernte die 2.

Am Mittwoch habe ich mit der 2. Honigernte begonnen. Dank der schönen Blumenwiese bei meiner Schulfreundin konnten die Bienen trotz der schlechten Lindentracht noch etwas Honig einsammeln.

Blumenwiese

Morgen werde ich noch in Raesfeld ernten und dann wird geschleudert.

Ich rechne mit etwa 20kg Honig. Nicht all zu viel, aber besser als das Katastrophenjahr 2016 mit dem Isselhochwasser.

Im Moment blüht es noch in zahlreichen Gärten, so dass die Bienen auch hier noch fündig werden können.

Biene auf Ringelblume

Da ansonsten aber kaum noch etwas blüht, habe ich nach der Honigernte direkt mit dem Einwintern (Füttern) begonnen.

Futterteigklotz

Ich nutze dazu bei meinen Wirtschaftsvölkern 15kg-Futterteigklötze.

Königin gesichtet

Am letzten Wochenende habe ich es nach über 25 Jahren mal wieder ins LWL-Freilichtmuseum Detmold geschafft. Es war hochinteressant, all die alten Höfe aus Westfalen und dem Lipperland zu sehen. All die gut durchdachten Lösungen, die unsere Vorfahren schon vor mehreren hundert Jahren parat hatten.

Besonderes Augenmerk habe ich als Imker natürlich auf die in vielen Farben und Facetten blühenden Bauerngärten geworfen.

Neben den derzeit noch blühenden Prunkbohnen und Kräutern beheimaten die Bauerngärten eine Vielzahl von Stauden, die zur Zeit auch in voller Blüte sind.

Ein Paradies für Insekten aller Art und natürlich insbesondere die Bienen. Nur logisch, dass in einem der Gärten auch ein Schaukasten mit 4 Rähmchen stand, der den interessierten Besuchern einen direkten Blick ins Bienenvolk gewährt.

Blick auf die Königin im Schaukasten
Ich hatte richtig Glück und konnte aufgrund der Glasscheibe des Schaukastens einen ungestörten Blick auf die Bienenkönigin werfen. Aufgrund des gelben Plättchens auf dem Rücken lässt sie sich in dem wilden Gewusel leichter zwischen all den anderen Bienen wiederfinden.

Vom Körperbau unterscheidet sie sich deutlich von den anderen Bienen. Ihr Hinterleib ist deutlich länger was sie im Gegensatz zu den eher kompakt gebauten Arbeiterinnen relativ schlank erscheinen lässt.

Die gelbe Markierung auf dem Rücken dient aber nicht nur dem leichteren Finden der Königin. Anhand der Farbe der Markierung kann der Imker das Alter der Königin erkennen. Dazu muss man wissen, dass eine Königin in der Regel nicht älter als 5 Jahre wird. Spätestens dann lässt die Legeleistung der Königin nach und das Volk entscheidet sich dazu, eine neue Königin zu ziehen.

Entscheidend für die Wahl der Farbe der Markierung ist immer die letzte Ziffer der Jahreszahl. Dabei steht blau für 0 und 5, weiß für 1 und 6, gelb für 2 und 7, rot für 3 und 8 und grün für 4 und 9. Um also eine 2017 geschlüpfte Königin zu markieren, wählt man – wie bei der Königin im Schaukasten – ein gelbes Plättchen.

Hier noch ein paar Eindrücke aus dem Freilichtmuseum:


Jetzt auch auf YouTube

Da ich hier nicht vernünftig Videos hochladen kann, habe ich mir nun ein YouTube-Konto zugelegt, damit ich auch den Leuten ohne Facebook meine Videos zeigen kann.

Einfach den folgenden Link klicken und ihr gelangt zum Video:

Bienen im Naturzoo Rheine

Naturzoo Rheine

Der Naturzoo in Rheine bietet neben liebevoll hergerichteten Tiergehegen herrliche Grünanlagen mit wunderbaren Stauden- und Blumenbeeten für Schmetterlinge, Bienen und jede Menge anderer Insekten.


Wenn man sich etwas Zeit nimmt und an einem dieser vielen Beete für einen Moment verweilt, kann man wie wir bei unserem Sonntagsausflug dem emsigen Treiben zuschauen.

Ein Video davon, gibt es auf meiner Facebook-Seite.

Der erste Honig 2017

Am Pfingstwochenende war es doch noch so weit! Eigentlich hatte ich schon gar nicht mehr damit gerechnet, als ich 2 Wochen zuvor feststellen musste, dass mehr Honig verbraucht als gesammelt wurde.

Die dann folgenden 2 Wochen mit warmen sonnigen Wetter waren dann aber so günstig für die Bienen, dass ich bei der Durchsicht an Pfingstsonntag genügend erntereifen Honig vorfand.

Erntereifes Honigrähmchen
Also wurde die ursprüngliche Planung für Pfingstmontag über den Haufen geworfen und der Honig geerntet bevor er wieder verbraucht werden würde.

Entdeckeln der Honigwaben
Honigrähmchen in der Schleuder
Nach dem Entdeckeln der Honigwaben und dem Ausschleudern der Honigrähmchen war es dann endlich so weit:

Der erste Honig 2017!

Geschleuderter Honig läuft auf das Feinsieb

In diesem Jahr ist die Frühtracht extrem dunkel und kräftig im Geschmack. Das spricht für einen gewissen Honigtauanteil im Honig.

Abfüllen des gesiebten Honigs in Eimer

Es gibt also wieder frischen Honig!

Wenn der Schnittlauch blühen darf

Wenn der Schnittlauch blühen darf, sind seine Blüten ein großer Magnet für die Bienen!

Es wäre also sehr schön, wenn ihr in euren Kräutergärten den Schnittlauch ruhig einmal bis zur Blüte kommen lassen würdet! Dann das Gesumme und Gebrumme anschauen zu können, lohnt sich!

Hier ein paar Bilder zum Beweis, die ich heute Morgen spontan im Kräuterbeet geknipst habe:

Beinwell 

Bei uns neben der Terasse stehen mehrere Beinwellpflanzen. Laut der Internetseite die-Honigmacher.de liefert Beinwell nur mäßig Nektar und geringe Pollenmengen. Allerdings blüht er von Mai bis August. Die Pflanze ist sehr ausdauernd und breitet sich wie Unkraut aus.

Aufgrund der zahlreichen blau-violetten Blüten ist diese mehrjährige Pflanze aber dennoch ein optischer Hingucker, der sehr gut von Bienen und Hummeln angeflogen wird!

Hummel an Beinwellblüte
Biene an Beinwellblüte

Erfolgreich bestäubt

Kurz vor Ostern war ich in unserem Garten auf Fotosafari und hatte Fotos von den Blüten an den Beerensträuchern und den Birnenbäumchen gemacht.

Birne
Johannisbeere
Johannisbeere
Stachelbeere

Am 30.4. konnte ich dann bei einem weiteren Rundgang im Garten feststellen, dass erfolgreich bestäubt wurde ;-)!

Stachelbeeren
Johannisbeeren
Birne