Winterbehandlung

Die Temperaturen in diesem Dezember waren endlich mal wieder nach meinem Geschmack! Nicht, dass ich die Temperaturen rund um den Gefrierpunkt sonderlich mag, aber die Bienen kommen bei diesen Temperaturen zur Ruhe und sammeln sich in einer Traube, um sich gegenseitig zu wärmen. Auf dem folgenden Bild habe ich versucht, das zu fotografieren.

Bienen in der Wintertraube

Wenn die Bienen eng an eng in der Traube sitzen, sind das ideale Bedingungen für die Winterbehandlung mit Oxalsäure gegen die Varroa-Milbe.

Die 3,5%ige-Oxalsäure wird von den Bienen aufgenommen und führt zu einer Übersäuerung des Bienenstoffwechsels. Die Bienen vertragen das in gewissen Grenzen. Die an den Bienen hängenden Milben vertragen dies aber nicht und lösen sich von ihrem Wirt und sterben infolge dessen ab.

Da die verwendete Oxalsäure zudem einen Zuckeranteil von 10% hat, wird dadurch der Putztrieb der Bienen angeregt und die Oxalsäure so zusätzlich von Biene zu Biene übertragen.

Die Winterbehandlung im Dezember ist gerade dadurch so erfolgreich, dass bei den kalten Temperaturen keine verdeckelten Brutwaben vorhanden sind, in denen sich die Milben verstecken könnten. Die Erfolgschancen, möglichst viele Milben zu erwischen, sind daher besonders hoch.

Beim Discounter gibt es Spekulatius…

… und die Bienen? Die sind schon einen Schritt weiter!

Mit Varroabehandlung und Futtergabe werden die Bienenvölker nach der Blüte der letzten großen Tracht (bei uns in der Gegend die Lindenblüte) bereits Ende Juli und im August eingewintert.

Einfüttern mit Futterteig

Auf dem Bild ist zu sehen, wie Ina einen 15kg schweren Futterteigklotz auf die obere Brutzarge setzt. Der Futterteig dient den Bienen als Ersatz für den entnommenen Honig.

Links auf dem Bild ist ein sogenannter Liebig-Dispenser zu erkennen. Dieser war zuvor auf der Brutzarge aufgestellt. Auf der quadratischen Grundplatte befindet sich eine Papierauflage, auf die wiederum eine Flasche mit Ameisensäure überkopf  aufgesetzt wird. Das Papier saugt die Ameisensäure auf und über die Oberfläche des Papiers verdunstet die Säure in der Bienenbeute. Die Säurekonzentration in der Beute wird je nach Außentemperatur über die Papiergröße gesteuert.

Die Wirkungsweise der Ameisensäurebehandlung beruht darauf, dass die Varroamilben empfindlicher auf die Säure reagieren als die Honigbienen und schon bei geringeren Konzentrationen in der Luft im Bienenvolk geschädigt werden.

Das kaum noch Papier auf der Grundplatte vorhanden ist, liegt am Putztrieb der Bienen, die nach dem vollständigen Verdunsten der Säure das Papier weg geknabbert haben.

Lieber spät, als gar nicht – die Winterbehandlung

Gerade noch rechtzeitig konnten wir noch die früher angedachte Winterbehandlung der Bienenvölker gegen die Varroamilbe durchführen.

Damit die Behandlung sinnvoll durchgeführt werden kann, soll das Volk ohne Brut sein und in Winterruhe traubenförmig eng beieinander sitzen. Dies ist allerdings nur bei konstanten Temperaturen unter 5 Grad Celsius der Fall. Ab Januar beginnen die Bienen wieder neue Brut nach zu ziehen und Milben können sich in der verdeckelten Brut der Winterbehandlung mit Oxalsäure entziehen.

Ende Dezember hatten wir endlich mal wieder die passenden Temperaturen und so haben wir uns dazu entschlossen, doch noch die Völker mit Oxalsäure zu behandeln.

Auch wenn wir durch die begonnene Brut sicherlich weniger Milben erwischen konnten, als in der brutfreien Zeit,konnten wir die in einer Traube sitzenden Bienen mit Oxalsäure behandeln und somit die frei im Volk sitzenden Milben erwischen.

  Wie auf dem Bild schön zu erkennen ist, werden die Bienen mit einer Oxalsäure-Zucker-Lösung beträufelt. Während die Säurekonzentration für die Milben tödlich ist, ist sie für die Bienen noch verträglich. 

Einwintern

Morgen werden wieder Spekulatius und Dominosteine Einzug in deutsche Supermärkte halten und der meteorologische Herbst beginnt. Der Hochsommer verabschiedet sich gerade bei uns mit Blitz und Donner.

Doch wir Imker sind schon einen Schritt weiter! Im August stand bei unseren Völkern das sogenannte Einwintern auf dem Programm. Zu den Arbeiten zum Einwintern gehören das Behandeln der Völker und das Einfüttern für den Winter.

Die in unserem Umfeld am weitesten verbreitete Behandlungsform gegen die Varroamilbe ist die Behandlung mit Ameisensäure. Dabei wird mit unterschiedlichen Methoden Ameisensäure verdunstet. Hierbei bedient man sich dem Umstand, dass Bienen eine höhere Säurekonzentration vertragen als die Milben.

Wir haben uns in diesem Jahr einer recht neuen Methode bedient. Wir haben zum ersten Mal sogenannte MAQS-Streifen genutzt (Mite-Away-Quick-Stripes=Milben-schnell-weg-Streifen).

 

MAQS-Streifen auf dem Brutraum

Damit die Ameisensäure nicht zu schnell verdunstet, ist es wichtig, dass die Papierhülle um den Streifen dran bleibt.

Verdunstet die Säure zu schnell, kann das ganze Volk zerstört werden!

Die zweite wichtige Arbeit beim Einwintern im Hochsommer ist das Füttern der Völker. Die eigentliche Winternahrung der Bienen (den Honig) haben wir ja zuvor geerntet.

Wir füttern unsere Völker mit Zuckerteig ein.

 

Ina beim Einfüttern
 
Je Volk geben wir den Bienen einen 15kg schweren Block. In Zukunft wollen wir zumindest den Bienen bei uns zuhause eine Alternative bieten. Aus diesem Grund haben wir vor 3 Jahren sogenannte Bienenbäume gekauft, die nun langsam in unserem Garten heranwachsen. Diese Bäume blühen von August bis teilweise Oktober und bieten den Bienen Futter, während sie sonst nicht wirklich viel in der Natur finden.

Den Bienenbäumen werde ich noch einen separaten Bericht widmen. Bis dahin ein Foto unserer heranwachsenden Bienenbäume als Teaser:

5 Jahre alte Bienenbäume

Vatertag bei den Bienen

Zugegebenermaßen sind die Bilder, die ich euch heute vorstelle, schon gestern entstanden. Auf den Bildern könnt ihr beobachten, wie Drohnenbrut schlüpft.

schlüpfende Drohnen 1
schlüpfende Drohnen 1

Waben mit Drohnenbrut erkennt ihr daran, dass die Waben mit einem Buckel verdeckelt sind, während die Waben mit Arbeiterinnenbrut glatt verdeckelt ist. Außerdem sind die Waben für die Drohnen etwas größer als die anderen Zellen, die für die Honigeinlagerung, den Pollen oder die Arbeiterinnenbrut genutzt werden.

schlüpfende Drohnen 2
schlüpfende Drohnen 2

Drohnenwaben bauen die Bienen dort im Stock, wo Ihnen vom Imker keine Vorgaben für den Wabenbau gemacht wurden. Setzt der Imker Rähmchen mit eingelöteten Mittelwänden ein, dann bauen die Bienen auf dem Muster auf, dass auf den Mittelwänden aus Wachs oder Plastik eingedruckt wurde. Am Rand dieser Mittelwände oder unter- oder oberhalb von Rähmchen, nutzen die Bienen die Möglichkeiten zur freien Entfaltung und bauen dort als sogenannten Wildbau weitere Zellen und dann ganz besonders gerne Drohnenzellen.

Bei der Behandlung gegen die Varroamilbe nutzt der Imker den Umstand, dass die Drohnenzellen am meisten von der Milbe befallen werden. Ab Ende April setzt der Imker je nach Witterung ein Rähmchen ohne Mittelwand in die Bienenkiste, um den Bienen besonders viel Platz für die Drohnenzellen anzubieten. Nach einer Woche wird ein zweites Rähmchen ohne Mittelwand eingesetzt und kontrolliert, ob im ersten leeren Rähmchen schon Drohnenzellen und -brut angelegt wurde. Ist dies der Fall, dann wird nach einer weiteren Woche das erste Rähmchen mit der dann verdeckelten Drohnenbrut entnommen. In den verdeckelten Zellen befinden sich nämlich nicht nur die künftigen Drohnen, sondern auch besonders viele neue Milben.

Dadurch, dass der Imker nun die noch verdeckelte Drohnenbrut entnimmt, schöpft er auch eine große Menge Varroamilben ab, die sonst sein Volk weiter schwächen würden. Die Kehrseite dieser Behandlung ist allerdings, dass dadurch natürlich auch die in den Zellen befindliche Drohnenbrut vernichtet wird.

Drohnen für den Erhalt des Volkes haben die Bienen allerdings immer noch an den oben beschriebenen Stellen im Volk nachgezogen.

Bei dem Drohnenrähmchen, welches ich gestern fotografiert habe, war ich für die Varroabehandlung allerdings etwas zu spät dran. Die Drohnen knabberten sich schon aus ihren Zellen und schlüpften gerade, als ich kontrollieren wollte.

schlüpfende Drohnen und Brut
schlüpfende Drohnen und Brut

Auf dem letzten Bild könnt ihr neben den gerade schlüpfenden Drohnen auch noch unverdeckelte Brut im unteren Bildbereich sehen. Die Larven liegen aufgerollt im Futtersaft und sobald sie groß genug sind, werden die Arbeiterinnen auch diese Zellen verdeckeln.

Wie immer könnt ihr euch die Bilder vergrößert angucken, wenn ihr auf die Bilder klickt.

Euch allen noch einen sonnigen Vatertag!